Unternehmerwissen für Steuerberater & Steuerkanzleien

Die LeseEcke

Zurücklehnen und inspirieren lassen

Gehalt

Gehalt in der Kanzlei – ein Perspektivwechsel

Unter der Suchanfrage „Gehalt Steuerfachangestellte“ spuckt Google aktuell 156.000 Treffer aus. Ich gebe zu, ich habe nicht jeden Treffer gelesen, aber die ersten paar Seiten weisen ausschließlich Treffer auf, bei denen es um die Höhe des Gehaltes geht. Natürlich eine wichtige Frage für beide Partner des Arbeitsverhältnisses.

Sucht man nach den Aufgaben von Steuerfachangestellten, findet man meist Treffer aus Stellenanzeigen. Und die sehen sehr ähnlich aus: „Sie machen Fibu, Lohn, Abschluss und Steuererklärungen, …“

Gehalt für Fibu, Lohn, Abschluss und Steuererklärungen

Erinnert Sie das an etwas? Mich schon. Ich habe als Honoraroptimistin die Vergütung für Ihre Dienstleistungen als Steuerberater im Blick. Und was propagiere ich in dieser „Funktion“ seit Jahren? Es geht nicht um den Preis allein, es geht um den konkreten Leistungsumfang zum Preis.

Und trotzdem steht noch auf gefühlt 90 % der Steuerberater-Websiten: Wir machen Fibu, Lohn, … Ich gebe trotzdem nicht auf 😉

Gehalt als Honorar für eine Dienstleistung

Nehmen wir doch mal eine andere Perspektive ein. Sehen Sie das Gehalt als Honorar an Ihre Mitarbeiter. Die Frage ist zunächst dann gar nicht das Gehalt, sondern was bietet Ihr Mitarbeiter Ihnen an Dienstleistungen dafür?

Beim Honorar arbeiten viele Kanzleien mit Dienstleistungspaketen oder einem Honorarkonfigurator. Dabei werden die unterschiedlichen Erwartungen und Bedürfnisse des Kunden abgebildet. Aus dem Leistungsumfang ergibt sich der Preis.

Das Prinzip von Leistung und Gegenleistung.

Das „Minipaket“ ist dann günstiger als das „Rundum Sorglos Paket“. Und die Dienstleistungsbeschreibung heißt nicht nur einfach „Fibu“, sondern ist konkret mit Inhalt gefüllt und der Nutzen für den Kunden ist auch formuliert.

Der Gehaltskonfigurator – Ihr White Paper für Ihre Wunschmitarbeiter

Jeder Vergleich hinkt. Die Mitarbeiter werden von sich aus wohl kein Angebot Ihrer Arbeitskraft in Form eines Dienstleistungskataloges machen.
Es ist daher Ihre Aufgabe, sich über Ihre Erwartungen nicht nur klar zu werden, sondern sie auch in einem „Gehaltskonfigurator“ zu dokumentieren.
Wie sieht Ihr „Standardpaket“ aus? Was erwarten Sie also mindestens von jedem Mitarbeiter?

Hier geht es nicht nur um „Fibu“, um mal das einfachste Beispiel zu nehmen. Denn entscheidend ist ja genau wie bei Ihrem Honorar nicht, ob Sie Fibu machen, sondern wie genau Fibu bei Ihnen aussieht.

Papier? Digital? Hybrid“? Welche Systeme nutzen Sie. Welchen Buchungsrhytmus geben Sie vor? Erwarten Sie von Ihren Mitarbeitern, regelmäßige BWA-Gespräche mit Mandanten zu führen? Wie „schnell“ sollen Ihre Mitarbeiter arbeiten?

Welche „Sonderleistungen“ gibt es in der Kanzlei, die über das „übliche“ Maß hinaus gehen?
Welche Rolle spielt „Erfahrung“ in Ihrem Gehaltsmodell.
Siehe dazu auch unseren Blogbeitrag zu den Sondervergütungen.

Dazu schon mal eine Denkhilfe: Erfahrung für sich genommen stellt noch keinen Wert dar. Die Frage ist, ob sich die Erfahrung positiv auf die Leistung auswirkt. Ist der Mitarbeiter zum Beispiel schneller, weil er fachlich erfahren ist, also weniger Nachschlagen muss? Oder hat er seine Mandanten so gut im Griff, dass die Belege passend kommen und so die Durchlauf- und Bearbeitungszeiten sinken? „Automatische Gehaltserhöhungen“ gehören so der Vergangenheit an.

Die Höhe des Gehaltes bestimmt der Mitarbeiter über seine Leistung

Wenn Ihr Gehaltsmodell steht, überlegen Sie sich im nächsten Schritt die „Preise“.

Für welche Dienstleistungen sind Sie bereit welches (Zusatz-) Honorar zu bezahlen? Im Vorstellungs – und/ oder Gehaltsgespräch gibt es dann einen klaren Ansatz:
Der Mitarbeiter möchte x € verdienen? Prinzipiell kein Problem: Schauen wir uns die Leistung(en) an, die sie oder er erbringen muss, um dieses Gehalt zu verdienen.

Und der Nutzen der Mitarbeiter?

Schreckt das dann nicht eher ab, wenn Sie als Arbeitgeber so konkrete Forderungen stellen?
Wir denken nein. Mitarbeiter wünschen sich einen klaren Rahmen – auch die Gehaltspolitik darf transparent und klar sein.
Gehalt – bzw. Gehaltserhöhungen nach „Bauchgefühl“ wird von Mitarbeitern durchaus schnell als ungerecht empfunden.

Webinaraufzeichnung: Gehaltspolitik – Geld ist nicht alles, doch zählt viel

In diesem Webinar beschäftigen wir uns mit den wichtigsten Fragen rund um das Gehalt als „leistungsgerechte Vergütung“.

Gehalt in der Kanzlei – ein Perspektivwechsel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.