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Was Steuerberater und Andachtskatzenleinenhersteller miteinander zu tun haben

28. Juni 2019 |

Wider die Komplexität…

Diesen Beitrag von Stefan Merath aus dem Jahr 2010 lese ich immer wieder gern und kann nur jedem ans Herz legen, sich die paar Minuten Zeit zum Lesen zu nehmen. Vor allem weil er als Beispiel das Deutsche Steuersystem wählt und die Rolle des Steuerberaters darin. Die Parabel mit der Andachtskatze, mit der er den Beitrag einleitet ist auf jeden Fall grandios:

In einem Kloster lebte ein alter Meister, der jeden Tag seine Andacht hielt. Da er nun mehrfach in seiner Andacht von einer Katze gestört wurde, befahl er, die Katze während seiner Andacht anzubinden.
Einige Jahre später starb der alte Meister und ein neuer Meister nahm seinen Platz ein. Die Katze wurde weiter während der Andacht angebunden.
Wieder einige Jahre später starb die Katze. Um eine Katze während der Andacht anbinden zu können, wurde eine neue Katze gekauft.
Im Lauf der folgenden Jahre kamen Besucher aus anderen Klöstern und sahen, dass in diesem Kloster immer eine Katze zur Andacht angebunden wurde. Sie beschlossen, dies für ihr eigenes Kloster zu übernehmen.
Einige Jahrzehnte später füllten die Gelehrten dicke Bücher über die liturgische Bedeutung des Anbindens einer Katze während der Andacht.

Zum Sinn und Unsinn in der Unternehmenswelt (mit Klick kommen Sie zum Artikel)

Schauen Sie in Ihr eigenes Unternehmen / Ihre eigene Kanzlei mit der erweiterten Perspektive und fragenSie sich nach dem Sinn und Ausgangspunkt der Abläufe und Rituale. Das ist oft gar nicht so einfach: denn wie so schön gezeigt, liegen die Ursachen für bestimmte Verhalten (Checklisten, Arbeitsweisen) oft lange zurück und wenn sie nicht ständig hinterfragt werden, versucht man eher das System aufrechtzuerhalten und beherrschbar zu machen statt mal zumindest übers radikale Abschaffen oder Verändern nachzudenken. Welche Tätigkeiten sind intern sowie extern sinnvoll, welche sinnlos? Und das geht über „Das haben wir schon immer so gemacht“ hinaus, denn die Frage lautet „Warum haben wir das bis jetzt so gemacht und ist es aus heutiger Sicht noch sinnvoll?“

Mein Plädoyer an dieser Stelle: Regelungen und Beschlüsse nicht daran zu messen, ob sie zu 100% umgesetzt werden – da ist Frustration vorprogrammiert, sondern zu feiern, wenn sie zu 50% funktioniert haben. Auch wenn das dem Berufsbild des Steuerberaters wiedersprechen mag – und bitte wenden Sie das nicht bei der Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften an –  die Devise lautet, öfter mal locker lassen.

 

Was Steuerberater und Andachtskatzenleinenhersteller miteinander zu tun haben

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